2 - Tages Ausflug nach Thüringen

Genossen/innen im thüringischen Landtag in Erfurt

17. April 2017

Pünktlich waren alle Ausflügler aus dem Kreis MIL um 5:30 Uhr in Obernburg bei Opel Brass eingetroffen und so konnten wir, alle noch etwas verschlafen, aufbrechen. Die 2. Station war der ZOB in Marktheidenfeld, wo die Main-Spessarter zustiegen. Petrus meinte es gut mit uns und die Stimmung unserer Ausflügler war dementsprechend.

Ohne Störungen erreichten wir gegen 10:30 Uhr Eisenach. (In Eisenach im „Goldenen Löwen“ wurde 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei durch August Bebel gegründet) Gegen 11:00 Uhr wurde unsere 1. Besuchergruppe von Frau Gimm vom OPEL-Besucherdienst zur Besichtigung des OPEL-Werkes Eisenach begrüßt. (Die Führung unserer 2. Gruppe war für 14:00 Uhr reserviert) In Eisenach wird der OPEL Adam hergestellt, sowie die 3-Türer-Version des Corsa. Die hiesige Produktionsstätte ist ein reines Montagewerk. Motoren, Getriebe etc. kommen aus Rüsselsheim und etlichen anderen OPEL-Werken Europas. Im Gang durch die Produktion bzw. an den Montagebändern entlang wurde deutlich, was die 98%ige Automation bedeutet: Nur Roboter, meist Ausführungen von KUKA/Reis, sind hier im Einsatz. Beim Adam gibt es die Möglichkeit unter mehr als 1000 Variationen zu wählen! ….und wir lernten, dass die „Hochzeit am Band“ nichts mit der Vermählung von Brautpaaren zu tun hat, sondern die Zusammenführung von Karosserie und Fahrgestell(Motor, Achsen, Lenksystem etc.) zum Ziel hat, der komplizierteste Vorgang in der Montage der Fahrzeuge.
Die Bandmontage ist in Stationen eingeteilt(Takte) Pro Takt sind 4 Kollegen am Werk und 1 Teamleiter. Die Bandgeschwindigkeit variiert je nach Auslastung bzw. vorliegender Bestellungen, wobei nur die Fahrzeuge produziert werden, die auch bestellt sind. Man bemerkt, dass alle Mitarbeiter, die wir sehen, sehr motiviert sind, den hohen OPEL-Qualitätsstandart zu gewährleisten. Auf Nachfrage bei unserer Besuchsleiterin nach der Zukunft des Werkes Eisenach macht sich Nachdenklichkeit bemerkbar. Die Frage steht im Raum, was PSA mit dem Werk Eisenach(dem modernsten OPEL-Werk in Europa) vorhat. Die Mittagspause verbrachten wir in der attraktiv renovierten Altstadt. Bei der Suche nach einer geeigneten Gaststätte, fanden wir bereits Edi in einem Imbiss, wo wir dann gemeinsam gut versorgt wurden. Der Name unserer Raststätte war übrigens “Edis Grillimbiss und Frischgeflügel“
Gegen 15:30 Uhr brachen wir zum OPEL-Werk auf, wo wir etwas länger als gedacht, auf unsere 2. Gruppenhälfte warten mussten.

Dann ging es hoch zur Wartburg, in 2 Streckenabschnitten zu Fuß (mit vielen Stufen)oder mit dem Kleinbus. Wir waren die letzte der angemeldeten Besuchergruppe an diesem Tag und so blieb natürlich nicht so viel Zeit, wie wir uns gewünscht hätten(Für die Wartburg sollte man mindestens einen ganzen Tag einplanen) Nach der Einführung in die nagelneuen „Audioguides“, ging es los zur Sonderausstellung „Luther und die Deutschen“ Die Wartburg ist eine imposante Festung des 11. Jahrhunderts. (Der Schreiber dieser Zeilen ist leider innerhalb der letzten 25 Jahre viel zu oft auf der A 4 an Eisenach und diesem Bauwerk vorbei gefahren, ohne sich die nötige Zeit zu nehmen, der Wartburg einen Besuch abzustatten!) Viele Exponate wurden in der Sonderausstellung gezeigt und uns anhand der aufgedruckten Nummern auf den Glasvitrinen mittels des Audioguides (funktioniert wie Telefon in das man die Nummer eingibt und dann die Erklärung hört) ausführlich erklärt! 300 Gemälde, Druckwerke, Alltagsgegenstände und Originalmanuskripte aus 5 Jahrhunderten Deutscher Kulturgeschichte werden gezeigt(z. B. die „Bannandrohungs-Bulle“ Papst Leos gegen Luther von 1520)

Gegen 18:30 Uhr ging es dann zu unserem Hotel „Wilna“*** im Norden der Thüringer Landeshauptstadt. Zu diesem Haus ist anzumerken, dass es eine wohltuende positive Überraschung für alle unsere Teilnehmer war. Von außen noch ein bisschen „Platte“, aber ein interessantes „Innenleben“(gutes Preisleistungsverhältnis, gutes Abendessen und Frühstück und freundliches, kompetentes Servicepersonal, sowie große gut eingerichtete Zimmer) Am folgenden Morgen beim Frühstück befürchteten alle, der ergiebige Regenschauer würde uns den ganzen Tag begleiten und eintrüben. Aber siehe da, bei Ankunft auf den Erfurter Domplatz, unserer Zwischenstation auf dem Weg zum Thüringer Landtag, war Schluss mit Regen. Wir hatten nur 45 Minuten Zeit um einen kurzen Blick in den Erfurter Dom mit der angrenzenden Severi- Kirche zu werfen. Die Kathedrale von Erfurt ist ein beeindruckendes einmaliges Bauwerk der Gotik aus dem 12. Jahrhundert in Deutschland und verdient mehr Aufmerksamkeit als einen „Blick“! Mit etwas Verspätung begann unsere angemeldete Führung( aus Gründen der Sicherheit mussten 3 Tage vorher alle wichtigen Personaldaten eingereicht werden) durch den Thüringer Landtag. Wir wurden reichlich entschädigt! Unsere Expertin Frau Zimmermann, eine gebürtige Traunsteinerin, konnte mit vielen interessanten Informationen aufwarten. Zum gespannten Zuhören und Fragestellen trug sicherlich bei, dass wir alle auf den Plätzen der Abgeordneten einen realistischeren Eindruck vom Geschehen im Landtag machen konnten. Nach der Einnahme des Mittagessens im Casino Landtags(gut und günstig) begrüßte uns an Ort und Stelle die Parlamentarische Geschäftsführerin des SPD Landtagsfraktion Dorothea Marx. Marx fungiert auch als Vorsitzende des Landtagsuntersuchungsausschusses zur NSU und legte hier grundlegende Ergebnisse zum Versagen der beteiligten Behörden vor(In ihrer Arbeit kann sie auf das Vertrauen aller ihrer Kolleginnen und Kollegen bauen) Nach der Begrüßung durch Dorothea Marx ging es weiter zur letzten Station unseres 2 –Tagesausflugs zur “Wiege der Deutschen Sozialdemokratie“ dem „Tivoli“ in Gotha. In diesem Gebäude, einem ehemaligen Gasthaus mit Festsaal, fand 1875 im Mai der Gothaer Vereinigungsparteitag statt. Der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein, gegründet von Ferdinand Lassalle, und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei unter der Führung von August Bebel, vereinigten sich zur Sozialistischen Arbeiterpartei. Das Gebäude selbst wird durch einen Förderverein, bestehend aus Gothaer Sozialdemokraten, engagiert und zeitaufwendig betrieben. Die Begrüßung erfolgte im Festsaal durch den Gastgeber Matthias Wenzel, Vorsitzender des Fördervereins, der in einem kurzen Vortrag die Geschichte des Gothaer Tivoli und die Vereinigung der „Lassallianer“ und der Sozialdemokraten August Bebels schilderte. Als nächstes erfolgte eine Führung durch das Gebäude mit vielen historischen Schriftstücken, Zeitungsartikeln und Gemälden. Dann wartete schon Kaffee und Kuchen auf uns, alles organisiert von Karin Rehbein, dem „guten Geist des Hauses“ und Mitglied des Fördervereins. Zum Abschied gabs ein Foto unserer Reisegruppe auf der Rückseite(Garteneingang des „Tivoli“) und wir bedankten uns bei Karin und Matthias mit einem Tropfen aus Franken(wobei auch der Spendentopf des Fördervereins nicht vergessen wurde) Bei abwechslungsreichem Wetter ging es dann Richtung Marktheidenfeld und Obernburg, wo wir gegen 21:30 Uhr ankamen. Der Dank aller Teilnehmer galt unserem Chauffeur Harald Wöber, der uns sicher, souverän und unterhaltsam nach Hause schaukelte. Das überaus positive Echo zum 2-Tagestripp nach Thüringen aller Ausflügler hat und sehr gefreut! …..und die nächsten 60Plus-Aktivitäten warten schon. ( 13.Juli 60Plus-Vorstandswahlen in Marktheidenfeld, 7. September 60Plus Wandertag im Kreis MIL)

Werner Baur, Unterbezirksvorsitzender der AG 60Plus MSP/MIL

Teilen